In Arbeit investieren heißt in Menschen investieren
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Deutschland sucht Arbeitskräfte. Unternehmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, während über Fachkräftemangel und Wege in Beschäftigung diskutiert wird.
Gleichzeitig geraten Angebote der Beschäftigungsförderung zunehmend unter finanziellen Druck.
Wie passt das zusammen?
Denn der Weg zurück in Arbeit beginnt selten damit, einfach eine freie Stelle zu finden und eine Bewerbung zu schreiben.
In der Beschäftigungshilfe der franzfreunde arbeiten wir mit Menschen, die teilweise schon lange nicht mehr beschäftigt waren. Einige haben Wohnungslosigkeit oder andere schwierige Lebensphasen erlebt. Für sie kann der erste Schritt darin bestehen, wieder einen geregelten Tagesablauf zu entwickeln, mit anderen zusammenzuarbeiten, Verantwortung zu übernehmen oder die eigenen Fähigkeiten und das Vertrauen in sich selbst wiederzuentdecken.
Arbeitsgelegenheiten (AGH) können einen Rahmen bieten, um diesen Weg zu beginnen.
Beschäftigungsförderung in Düsseldorf
Beim NRW-Aktionstag „Aktiv für Arbeit“ am 28. September waren die franzfreunde gemeinsam mit weiteren Düsseldorfer Beschäftigungsträgern dabei, um zu zeigen, wie diese Arbeit in der Praxis aussieht.
Beteiligt waren das AWO Bildungszentrum, der Caritasverband Düsseldorf, Flingern mobil, die franzfreunde, die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, renatec und der SKM Düsseldorf.
Gemeinsam bieten diese Organisationen an mehr als 70 Standorten in Düsseldorf Unterstützung auf dem Weg in Arbeit an. Dieser Weg sieht für jeden Menschen anders aus: von Beratung und persönlicher Unterstützung über Qualifizierung und praktische Arbeitserfahrungen bis hin zu Ausbildung und Beschäftigung.
Auch an vielen Stellen in der Stadt wird diese Arbeit sichtbar – etwa in Schulen, Kitas und Senioreneinrichtungen, in Sozialkaufhäusern, im Handwerk, in Stadtteilprojekten sowie bei Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.
An unserer Gesprächsbank kamen aktuelle und ehemalige AGH-Teilnehmer:innen direkt mit Besucher:innen ins Gespräch und berichteten von ihren eigenen Erfahrungen.
Rene Kroonen kennt beide Seiten. Er kam selbst als AGH-Teilnehmer zu unserer Beschäftigungshilfe. Heute arbeitet er als Anleiter und begleitet andere Teilnehmer:innen.
„Nicht jede AGH führt direkt in eine reguläre Beschäftigung. Manchmal besteht der erste Schritt einfach darin, wieder einen geregelten Alltag zu bekommen und herauszufinden, was man kann. Ich habe selbst als AGH-Teilnehmer angefangen. Heute bin ich Anleiter und begleite andere Teilnehmer:innen auf ihrem Weg.“ – Rene Kroonen
Ihr möchtet mehr über Renes Weg erfahren? Hier könnt ihr seine Geschichte in der NRZ lesen
Was passiert, wenn die Finanzierung gekürzt wird?
Beim Aktionstag ging es auch um eine Frage, die eng mit dieser Arbeit verbunden ist: die Finanzierung.
Die liga wohlfahrt düsseldorf machte auf die Bedeutung verlässlicher Finanzierungsstrukturen für die Beschäftigungsförderung in NRW aufmerksam. Aktive Arbeitsmarktpolitik kann Transferausgaben senken, öffentliche Einnahmen stärken und dazu beitragen, Folgekosten in anderen Hilfesystemen zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem Gesundheit, Jugendhilfe und Wohnungslosenhilfe.
Frank Höke aus unserem Sozialdienst bringt es so auf den Punkt:
„Wenn wir wollen, dass mehr Menschen am Arbeitsleben teilhaben, müssen wir auch in die Schritte investieren, die ihnen den Weg dorthin ermöglichen.“
Der Aktionstag brachte Teilnehmer:innen, Beschäftigungsträger sowie Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung miteinander ins Gespräch. Genau dieser Austausch war ein zentrales Ziel der Veranstaltung.
Für uns haben die Gespräche an unserer Gesprächsbank noch einmal deutlich gemacht: Wenn über die zukünftige Finanzierung entschieden wird, sollten auch die Menschen Teil der Diskussion sein, die von diesen Entscheidungen direkt betroffen sind.

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