Mehr als eine Werkstatt: Wie unsere Beschäftigungshilfe neue Perspektiven schafft
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Jack kam vor acht Monaten in unsere Beschäftigungshilfe, nachdem er zwei Jahre lang wohnungslos gewesen war. Sein Weg bei den franzfreunden begann in unserer K13 Notschlafstelle, bevor er in eine unserer Außenwohngruppen ziehen konnte. Kurz darauf wurde er Teil der Beschäftigungshilfe – einem Ort, der ihm nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung, sondern auch Struktur, Orientierung und das Vertrauen gab, sein Leben Schritt für Schritt wieder aufzubauen.
Heute hat Jack seine Unterlagen geordnet, ein vorübergehendes Zuhause in einer unserer Außenwohngruppen und neuen Mut gefasst. Mehrere Tage in der Woche arbeitet er in unserer Werkstatt und verwandelt ausgediente Möbel in echte Unikate. Tische, Stühle und Schränke, die sonst entsorgt worden wären, erhalten durch sein handwerkliches Geschick und seine Kreativität ein zweites Leben. Er findet so Schritt für Schritt den Weg zurück ins Berufsleben, während er weiterhin neue Fähigkeiten entwickelt und Selbstvertrauen gewinnt.
Jacks Geschichte zeigt, was möglich werden kann, wenn Menschen Zeit, Unterstützung und eine echte Chance bekommen. Doch jeder Weg verläuft anders.
Janines Geschichte steht noch am Anfang. Sie kam über das Jobcenter Düsseldorf zu uns, nachdem sie vierzehn Jahre lang ohne Arbeit gewesen war. Je länger sie arbeitslos war, desto größer wurde die Hürde, wieder einzusteigen. Wo fängt man nach so langer Zeit überhaupt an? Die Beschäftigungshilfe erwartete keine fertigen Antworten von Janine. Stattdessen bot sie ihr einen Ort, an dem sie Schritt für Schritt neues Vertrauen in sich selbst aufbauen konnte.
Heute verbringt Janine einen Teil ihrer Woche in der Beschäftigungshilfe. Dort lernt sie die Garten und Landschaftspflege kennen. Fünf Tage in der Woche ist sie auf unserem Campus in Rath von 8 bis 13 Uhr im Einsatz. Gemeinsam mit ihrem Anleiter und zwei weiteren AGHlern pflegt sie unser Außenanlagen. Sie kann sich gut vorstellen nach der AGH eine Umschulung zu machen und ihren nächsten Job im Grünen anzutreten.
Mit jedem Projekt, das sie abschließt, gewinnt Janine weit mehr als nur handwerkliche Erfahrung. Sie baut sich wieder einen geregelten Alltag auf, entdeckt ihre Stärken neu und merkt, dass sie zu viel mehr fähig ist, als sie selbst lange geglaubt hat. Ihr Ziel liegt vielleicht noch vor ihr, doch jede neu gesetzte Pflanze, jede gemähte Wiese und jede neu erlernte Fähigkeit bringen sie ihm ein Stück näher.
Jack und Janine sind fiktive Namen. Ihre Geschichten stehen stellvertretend für viele Menschen, die ihren Weg in unsere Beschäftigungshilfe finden. Manche haben Wohnungslosigkeit erlebt. Andere waren viele Jahre arbeitslos, kämpfen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder haben nach langer Zeit ohne Beschäftigung das Vertrauen in sich selbst verloren. So unterschiedlich ihre Lebenswege auch sind – sie alle verbindet eines: Jeder Mensch verdient eine zweite Chance.
Genau diese Chance bietet unsere Beschäftigungshilfe. Manche Teilnehmenden restaurieren und gestalten Möbel neu und verleihen alten Stücken eine völlig neue Identität. Andere fertigen Dekorationsartikel an, arbeiten im Malerbereich, unterstützen in der Garten- und Landschaftspflege und übernehmen Aufgaben, die ihren individuellen Fähigkeiten entsprechen. Dabei geht es um weit mehr als Beschäftigung. Es geht darum, Talente wiederzuentdecken, neue Fähigkeiten zu entwickeln und das Selbstvertrauen zurückzugewinnen, das entsteht, wenn die eigene Arbeit sichtbar und wertgeschätzt wird.
Unsere Werkstatt ist bewusst so gestaltet, dass möglichst viele Menschen mitmachen können. Nicht jede oder jeder kann körperlich schwere Arbeiten verrichten oder einen ganzen Arbeitstag leisten. Durch die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche schaffen wir Möglichkeiten, damit alle entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten mitwirken und sich weiterentwickeln können. Im Laufe der Jahre sind so einzigartige Möbelstücke, Dekorationsartikel, Vogelhäuschen für Unternehmen oder auch Bauklötze für einen Kindergarten entstanden – Projekte, die handwerkliches Können und Kreativität gleichermaßen zeigen.
Die fertigen Produkte finden ihren Platz im „Franz – das nachhaltige Kaufhaus“ in der Römerstraße 9, 40476 Düsseldorf. Jeder Kauf unterstützt weit mehr als nur ein liebevoll restauriertes Möbelstück oder ein handgefertigtes Dekorationsobjekt. Er unterstützt einen Menschen auf seinem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Durch unsere Kooperation mit EiNZIGWARE können viele unserer Unikate inzwischen auch online entdeckt werden und erreichen so noch mehr Menschen.
Möglich wird diese Arbeit nur durch starke Partnerschaften wie das Jobcenter Düsseldorf and der Landschaftsverband Rheinland (LVR).
Die Wirkung unserer Beschäftigungshilfe reicht jedoch weit über die Teilnehmenden hinaus. Jeder gerettete Stuhl, jeder restaurierte Schrank und jedes Dekorationsstück aus wiederverwendeten Materialien leisten einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in Düsseldorf. Gut erhaltene Möbel werden vor der Entsorgung bewahrt, erhalten ein zweites Leben und finden ein neues Zuhause bei Menschen, die sowohl handwerkliche Qualität als auch soziales Engagement schätzen.
Vielleicht macht genau das unsere Beschäftigungshilfe so besonders. Hier verwandeln sich nicht nur Möbel. Hier wachsen Menschen über sich hinaus. Aus alten Materialien entstehen neue Lieblingsstücke – und aus neuen Chancen wächst neues Selbstvertrauen.
Wie Katrin Schell, Leiterin unserer Beschäftigungshilfe, treffend beschreibt:
"Gutes tun kann so einfach sein. Ein Möbelstück oder einen Dekoartikel bei uns zu kaufen, verschönert nicht nur das eigene Zuhause – es zaubert auch unseren Teilnehmenden ein Lächeln ins Gesicht. Ihre Arbeit wird wieder wertgeschätzt, und genau diese Wertschätzung motiviert sie, ihren Weg weiterzugehen. Wer weiß – vielleicht trägt genau dieser Kauf dazu bei, dass ein Mensch den Weg zurück ins Berufsleben findet."


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