Pressemitteilung: Zahl der obdachlosen Menschen auf der Straße im Düsseldorf steigt weiter an

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Die Wohnungslosigkeit in Düsseldorf nimmt weiter zu und die aktuellen Zahlen lassen daran keinen Zweifel.

Laut der Nachtzählung 2025 wurden insgesamt 857 wohnungslose Menschen im Stadtgebiet erfasst. Im Jahr 2023 lag diese Zahl noch bei 729.

Wie in den Vorjahren wurde die Zählung von franzfreunde koordiniert und gemeinsam mit aXept!, dem Caritasverband Düsseldorf, der Diakonie Düsseldorf sowie dem SKM Düsseldorf durchgeführt. Am 30. Oktober 2025 waren rund 80 Helferinnen und Helfer im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um zu erfassen, wie viele Menschen auf der Straße übernachteten oder Notschlafstellen nutzten.

Von den erfassten Personen übernachteten 492 im öffentlichen Raum, während 361 Menschen in Notschlafstellen untergebracht waren. Eine geringe Anzahl befand sich in Krankenhäusern.

Auffällig ist dabei nicht nur der generelle Anstieg, sondern auch die Dynamik der Entwicklung. Die Zahl der Menschen, die auf der Straße übernachten, ist um mehr als 12 % gestiegen, während die Nutzung von Notschlafstellen um über 50 % zugenommen hat.

Aus Sicht der beteiligten Träger spiegelt diese Entwicklung einen bundesweiten Trend wider. Als Ursachen werden unter anderem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen sowie bestehende Hürden beim Zugang zum Wohnungsmarkt genannt.

Gleichzeitig zeigt die gestiegene Inanspruchnahme der Notschlafstellen, dass diese Angebote von den betroffenen Menschen angenommen werden und eine wichtige Unterstützung darstellen.

Der Handlungsbedarf bleibt jedoch hoch. Die aufsuchende Arbeit (Streetwork) muss im bisherigen Umfang fortgeführt werden, um den Zugang zum Hilfesystem sicherzustellen. Darüber hinaus ist eine Stärkung bestehender Angebote – etwa von Tagesaufenthalten – von zentraler Bedeutung.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen letztlich ein strukturelles Problem: Ohne zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum und entsprechende politische Maßnahmen ist kurzfristig keine Entspannung der Situation zu erwarten.


Hier finden Sie die Pressemitteilung.